Vereinshistorie

Eine kleine Zeitreise über 125 Jahre Vereinsgeschichte. Wir befinden uns im Jahre 1885:

  • In Österreich wird das Gesetz zum Schutze der Fabrikarbeiter erlassen. Es begrenzt die Arbeitszeit auf 11 Stunden pro Tag und verbietet Nachtarbeit für Frauen und Kinder.
  • In Berlin geht das erste deutsche Elektrizitätswerk in Betrieb, es hatte eine Kapazität, um 6000 Glühlampen zu betreiben.
  • Dietzenbach hatte 1695 Einwohner.
  • Bürgermeister von Dietzenbach war Johann Heinrich Eckert II, wohnhaft in der Darmstädter Straße 20-22 gegenüber dem Eckertschen Hof.

Zu diesem Zeitpunkt treffen sich in Dietzenbach 15 junge Männer, die sich den Gedanken von Turnvater Jahn anschließen wollten. So wurde am 10.05.1885 die Turngesellschaft gegründet und ist damit der erste Turnverein und älteste Sportverein in Dietzenbach und auch älter als viele Turnvereine in Deutschland. Das heutige Durchschnittsalter der Turnvereine liegt laut Deutschem Turnerbund bei ca. 75 Jahren.

Da zu jener Zeit die Geselligkeit in den Vereinen einen hohen Stellenwert hatte, gehörte zu jedem Verein auch ein Vereinslokal. Für die TGS war das 55 Jahre der Milchhof. Er befand sich dort, wo heute der „Rote Platz“  bzw. der Stadtbrunnen ist.

Der Idealismus in dieser Zeit wurde großgeschrieben, denn die Turnfeste in den umliegenden Gemeinden wurden zu Fuß oder mittels Fuhrwerk erreicht. Aus einem Protokoll von 1906 ist zu sehen, dass zu einem Fest in Eppertshausen „unsere Preisturner schon samstags abends fortmachen, um für die nötige Unterkunft zu sorgen“.

Wegen der vielen Festumzüge brauchten die Turner unbedingt eine Fahne, und so ist in den Annalen festgehalten, dass 1895, zehn Jahre nach der Gründung des Vereins mit Stolz die Fahnenweihe gefeiert wurde.

Im Jahre 1908 nahmen die Turner der Turngesellschaft am 11. Deutschen Turnfest in Frankfurt teil. Es waren damals übrigens ca. 55.000 Turner aus ganz Deutschland nach Frankfurt gekommen, insgesamt gab es zu diesen Zeitpunkt ungefähr 848.000 Turner in Deutschland. Als das Turnfest 2009 wieder in Frankfurt stattfand, im globalen Zeitalter inzwischen mit internationaler Beteiligung und mit 65.000 Teilnehmern, war es für die TGS selbstverständlich bei der Bewirtung der Turnfestteilnehmer zu helfen, die ihr Quartier in Dietzenbach aufgeschlagen hatten.

Die nächste, große Aufgabe, der sich die Turner der TGS widmeten war das „2. Bundesfest des Südwestdeutschen Turnerbundes“, das 1925 gemeinsam von TGS und TG auf dem Wingertsberg ausgerichtet wurde.